Forschungsgelder: Die DGTM lässt ihren Auftrag an der Brand Academy weiterleben

Am 23. Juli 2019 übergaben Peter Gravier und Michael Grübbeling, Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Technologie im Marketing (DGTM) e.V., feierlich einen Scheck mit Forschungsgeldern an die Brand Academy.

Bedacht werden mit der Zuwendung die Studiengänge Brand Management und Brand Innovation. Wie Forschung und Lehre dazu beitragen können, dass sich Technologie und Marketing in der Praxis weiter verknüpfen, verraten die Experten im Interview.

DGTM Brand Academy Fördergelder

Herr Gravier, Herr Grübbeling, wir möchten uns herzlich bei Ihnen bedanken. Was war der Impuls, die Brand Academy mit einer Zuwendung von Fördergeldern zu bedenken?
Michael Grübbeling:
Mit der Auflösung unseres Vereins haben wir uns dazu verpflichtet, das Restguthaben im Sinne unserer Aufgabe zu vergeben. Das Ziel der DGTM war, Unternehmen bei der digitalen Transformation zu helfen. Uns ist wichtig, dass das, was wir mit Beratung geleistet haben, an der Brand Academy in Forschung und Lehre weitergeführt wird.
Peter Gravier: Die Studiengänge Brand Management und Brand Innovation eignen sich besonders gut dafür. Es gibt in diesen Bereichen noch viel zu entdecken und zu prägen, das möchten wir mit dem Beitrag fördern.

Die DGTM hat sich für die Förderung der Entwicklung neuer Berufsfelder eingesetzt. Auf was für Positionen werden sich unsere Absolventen zukünftig in der Marketingbranche bewerben?
M. G.:
Ein Beruf, den wir in Zukunft sehen möchten, ist der Chief Marketing Technology Officer. Dieses neue Berufsbild ist ein Hybrid aus Chief Marketing Officer und Chief Technology Officer. Die Branche braucht jemanden, der Brand Thinking versteht, aber IT Skills besitzt.
P. G.: Was in der Wirtschaft bislang zu lange dauert, ist die Interaktion zwischen beiden Seiten. Sie sprechen unterschiedliche Sprachen. Wir brauchen Führungskräfte, die vor beiden Sphären keine Vorbehalte haben und aus interessanten Schnittstellen Alleinstellungsmerkmale entwickeln.

Wie können Lehre und Forschung an der BA dazu beitragen, die Verzahnung von Technologie und Marketing voranzubringen?
P. G.: Drei Bereiche sollten im Fokus stehen. In den Grundlagen des Marketings und der Technologie wurde schon viel Vorarbeit geleistet. Solange jedoch beides in Bewegung ist, müssen wir uns auf eine dritte Säule konzentrieren: Prozesskompetenz.
M. G.: Bislang prägte das Erlernen von Prozesskompetenz die ersten Jahre des Berufslebens. Wie identifiziere ich relevantes Wissen und verprobe Prozesse effizient? Dieses Know-How sollte schon im Studium vermittelt werden.

Auf welche Entwicklungen im Bereich Technologie im Marketing sollten sich aktuell die Blicke richten?
P. G.:
Das Potential der Endgeräte, mit denen wir uns umgeben, ist noch lange nicht ausgeschöpft. Dank Gesichtserkennung können wir Mimik auslesen und mit gezielten Botschaften auf Gefühlszustände eingehen. Inwieweit sich das zu einem Trend entwickeln wird, hängt in Europa stark von datenschutzrechtlichen Fragen ab.
M. G.: Das ist auch eine ethische Frage. Wie weit man mit technologischem Können gehen will, sollte an Hochschulen diskutiert werden. Diese Debatte fehlt bisher.

Welchen Rat haben Sie für unsere Studierenden, um in der digitalen Marketingwelt erfolgreich zu sein?
M. G.:
In einer Welt, in der sich alles verändert, lässt sich unbekanntes Terrain nur sicher betreten, wenn man weiß, wer man ist und was man kann.
P. G.: Studierende sollten sich Projekte suchen, von deren Erfolg etwas abhängt. Das steigert die Aufmerksamkeit und den Lerneffekt um ein Vielfaches. Verlasst die geschützten Räume und fordert eure Professoren! Im Hörsaal treffen zwei Generationen mit vollkommen unterschiedlichen Lebenserfahrungen aufeinander, die sehr voneinander profitieren können.

Wir danken Peter Gravier und Michael Grübbeling, dass sie mit den Forschungsgeldern den Auftrag der DGTM, die Verbindung von Technologie und Marketing zu fördern, an der Brand Academy weiterleben lassen.